Luftfahrtgeschichte

Die Geschichte der Luftfahrt – Vom ersten Flugzeugmodell Leonardo Da Vincis bis zur Passagierluftfahrt der heutigen Zeit

Der Traum vom Fliegen existiert schon seit vorgeschichtlicher Zeit. Erste überzeugende Modelle von Fluggeräten stammen von Leonardo Da Vinci. Bereits im 15. Jahrhundert untersuchte er das Flugverhalten von Vögeln und entwarf nach deren Vorbild Baupläne für Flugzeuge. Die ersten erfolgreichen Flugversuche gelangen jedoch erst im späten 18. Jahrhundert, als die Brüder Joseph Michel und Jacques Etienne Montgolfier 1783 einen bemannten Heißluftballon in die Luft aufstiegen ließen.

Den Weg zur motorisierten Luftfahrt ebneten vor allem die Erfinder des Gleitflugs, darunter Albrecht Ludwig Berblinger aus Ulm, der 1811 den ersten flugfähigen Hängegleiter entwickelte. Aufgrund schlechter Witterungsverhältnisse scheiterte Berblinger allerdings bei der öffentlichen Vorführung seines Gleiters.

Auch der Engländer George Cayley leistete wichtige Vorarbeit für die Entwicklung des ersten motorisierten Fluggerätes. Er erfand das Prinzip des modernen Starrflügelflugzeugs und baute einen Dreidecker, der im Jahr 1853 einige Meter weit flog. Ein weiterer Wegbereiter des motorisierten Flugs war Otto Lilienthal, der seit 1891 über 1000 Mal erfolgreich mit verschiedenen Gleitflugzeugen segelte. Er bewies, dass ein Fluggerät, das schwerer als Luft ist, fliegen kann. Entscheidend waren die aerodynamische Form der Flügel und seine Erkenntnisse zu Auftrieb und Antrieb.

Die Erfindung von Verbrennungsmotoren durch Gottlieb Daimler und Carl Benz ermöglichte es schließlich Ferdinand Graf von Zeppelin ein erstes motorisiertes Starrluftschiff zu entwickeln. Am 2. Juli 1900 stieg der erste Zeppelin in die Luft. 1909 wurde die erste Fluglinie der Welt, DELAG, gegründet, die schon vor dem ersten Weltkrieg Passagiere mit Starrflugschiffen beförderte. Die Katastrophe der “Hindenburg” im Jahr 1937 war das vorläufige Ende der Verkehrsluftschifffahrt mit Zeppelinen.
Parallel zur Entwicklung der Starrflugschiffe führten die amerikanischen Brüder Wright das Prinzip George Cayleys “schwerer als Luft” fort und schafften es, das erste flugtaugliche Doppeldecker-Motorflugzeug mit Propeller-Antrieb zu bauen. Am 17. Dezember 1903 führten sie den ersten erfolgreichen Motorflug durch. Das Flugzeug wurde mit einem 12 PS starken Vierzylinder-Viertakt-Benzinmotor angetrieben und flog beim ersten Versuch 37 Meter weit.

Weitere Meilensteine in der Geschichte der Luftfahrt waren die Ärmelkanalüberquerung von Louis Blériot im Jahr 1909 und Charles Lindberghs Nonstop-Flug von New York nach Paris im Jahr 1927.

Mit dem ersten Weltkrieg wurde die Entwicklung des Motorflugzeugs insbesondere zu militärischen Zwecken vorangetrieben. In den 1920er Jahren folgten zivile Luftfahrtgesellschaften,  die auch Passagiere beförderten. Zu den ersten Fluggesellschaften, die auch heute noch in Betrieb sind, zählen die amerikanische Fluglinie Delta Airlines, die 1924 zunächst für landwirtschaftliche Zwecke gegründet wurde und die deutsche Lufthansa, die ab 1926 Linienflüge für Passagiere anbot.
Mit der stetigen technischen Weiterentwicklung, insbesondere der Fluginstrumente, der Einführung von Druckkabinen für Höhenflüge und der Funknavigation, wurde die Luftfahrt zunehmend sicherer und damit auch wirtschaftlicher.

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